Feuer und Licht gehören oft zusammen. Beim Glas bedingen sie einander sogar, etwa wenn der Künstler hauptsächlich am Ofen arbeitet, wenn er die glühende Glasmasse dem Hafen entnimmt, wenn das Werkstück an der Pfeife hängend, im Feuerschein aufleuchtet, dann langsam erkaltet und das Licht hindurch gleitet. Sind das die Gründe dafür, dass Veronika Beckh von sich sagt, „das Streben nach Vollkommenheit“, „Fragen nach der Existenz und dem Dasein“ überhaupt seien der Ausgangspunkt für ihre Beschäftigung mit Glas, weil das Feuer seit Urzeiten zum menschlichen Leben gehört und diese Kostbarkeit nur wachsen kann unter der Einwirkung des Lichts? Fern von Modeströmungen konzentriert sich die Künstlerin auf kugelige oder halbkugelige Formen, die mal einzeln erscheinen, mal passgenau ineinander gebettet sind. Entsprechend behandelt sie die Oberflächen, sie können glatt, mattiert oder durch Weiterbearbeitung mittels Kalttechniken mit halbrunden, geriefelten Erhebungen überzogen sein. So entsteht aus der Einfachheit Vielfalt, kann das Licht geschluckt oder mannigfach gebrochen werden. Die Glasgestalterin fokussiert behutsam auf eher kleinformatige Objekte. Seit ihrer Master-Arbeit, spinnt sie das Thema Lichtdurchlässigkeit noch weiter, indem sie das angestammte Gebiet ganz verlässt und sich monumentalen Wandinstallationen aus durchsichtigen Materialien zuwendet. Bei einem dieser meterhohen Werke hat sie Transparentpapier zu Streifen geschnitten, diese in ein Nylon-Fischernetz eingearbeitet und das feine, textilartige Gewirk in einem rundum verglasten Ausstellungsraum von der Decke herabhängen lassen. Durch das von allen Seiten hereinfallende Licht werden da die zahlreichen kleinen Wölbungen im Netz vielfältig modelliert, sie werfen Schatten, springen vor und zurück und scheinen so zum Leben zu erwachen. Veronika Beckh hat auch mit anderen Materialien wie Porzellan und Plexiglas gearbeitet, aber dem ursprünglichen Werkstoff wird sie treu bleiben. Immer wieder sieht sie es als Herausforderung an, aus der zäh fließenden Glasmasse am Ofen Formen zu gestalten, die in ihren Augen vollkommen sind.

Clementine Schack von Wittenau, im September 2009

Fire and light often belong together. This becomes acute when an artist works with the furnace; as the molten glass is taken from the furnace, when the piece is hanging from a blowpipe, lit by the glow of the fire, and finally as it slowly cools down and the light glides through it. Perhaps this is why Veronika Beckh speaks of ‘the pursuit of perfection’ and ‘questions of existence’, as being the points of departure for her practice, because fire has been part of life since the existence of man, and this preciousness can only develop under the effect of light. Leaving aside current trends, Beckh focuses on spherical or semi spherical forms, which are sometimes presented as individual objects and sometimes nested in one another. Beckh treats the surfaces of her objects to create the desired forms. Sometimes they are smooth, sometimes matt, and other times they are worked over to produce semi-circular, rippled areas of relief. Out of this simplicity emerges a multiplicity, whereby the light can be absorbed or infinitely refracted. Until recently Beckh focused almost exclusively on small object based works. Her Master project took her in a new direction, taking the focus of the translucence of light further by constructing a large scale installation from transparent material. For one piece she cut transparent paper into strips and wove them into a nylon fishing net, creating a delicate knitted fabric which was hung from the ceiling of the glass-walled exhibition space. As the light pours in from every side of the space it throws multiple shadows, while the many arches mold the light into infinite forms, jumping back and forth and bringing the space to life. Veronika Beckh has also worked with other materials such as porcelain and perspex, but glass is the medium to which she remains most dedicated. She ultimately returns time and again to the central challenge of creating ‘flawless’ forms from liquid glass.

Clementine Schack von Wittenau, September 2009